Kinder

Kindergeld: Zählkindervorteil bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft richtig wählen

Eltern, die in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft zusammenleben, müssen in punkto Kindergeld auch das Thema „Zählkindervorteil“ auf dem Schirm haben. Dies verdeutlicht eine aktuelle Entscheidung des BFH (25.4.18, III R 24/17). |

1. Der Zählkinderfall beim BFH

Im konkreten Fall lebte ein Paar in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Es hatte ein gemeinsames Kind. Im Haushalt befanden sich noch 2 Kinder, die die Partnerin aus einer früheren Beziehung mitgebracht hatte. Der Mann beantragte für das gemeinsame Kind Kindergeld. Er forderte von der Familienkasse ein erhöhtes Kindergeld, weil dieses Kind das „dritte“ Kind darstellt. Sowohl die Familienkasse als auch der BFH haben den Zählkindervorteil abgelehnt. Sie haben dazu folgende Gründe angeführt:

Bei den älteren Kindern handelt es sich aus der Sicht des Mannes weder um leibliche noch um Adoptiv- oder Pflegekinder.

Eine Berücksichtigung der älteren Kinder nach § 63 Abs. 1 Nr. 2 EStG beim Mann scheidet aus, weil er und die Mutter nicht verheiratet sind.

2. Antrag durch die Mutter hätte Zählkindervorteil gesichert

Der Zählkindervorteil hätte erreicht werden können, wenn die Frau den Kindergeldantrag für das gemeinsame Kind gestellt hätte. Für das dritte – das jüngste – Kind hätte es dann mehr Kindergeld gegeben, weil die beiden älteren Kinder leibliche Kinder der Antragstellerin waren. Dieser Zählkindervorteil hätte sich wie folgt ausgewirkt.

                                                                      Antragstellung durch Vater                      Antragstellung durch Mutter
Kindergeld für gemeinsames Kind                     194 EUR im Monat (Kind = 1. Kind)          200 EUR im Monat (Kind = 3. Kind)

IWW-Institut, Würzburg