Kurzfristige Beschäftigung

Pauschalierung bei kurzfristig Beschäftigten: Seit 01.01.2020 gelten neue Verdienstgrenzen

Für Arbeitnehmer, die eine kurzfristige Beschäftigung ausüben, wurden zum 01.01.2020 die Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung angehoben. Erfahren Sie nachfolgend, wie hoch die Verdienstgrenzen seit dem Jahresbeginn 2020 sind.

Regelungen für kurzfristige Beschäftigungen

Für kurzfristig Beschäftigte im Sinne der Sozialversicherung können Arbeitgeber die Steuer nach persönlichen Merkmalen individuell berechnen und mithilfe der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung an das Finanzamt überweisen. Alternativ können sie das Arbeitsentgelt pauschal in Höhe von 25 Prozent (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) besteuern (§ 40a Abs. 1 S. 2 und Abs. 4 Nr. EStG). Letzteres ist nur möglich, wenn

  • der kurzfristig Beschäftigte nur gelegentlich, und nicht regelmäßig wiederkehrend, beschäftigt ist,
  • die Beschäftigung nicht länger als 18 zusammenhängende Arbeitstage andauert und
  • bestimmte Verdienstgrenzen eingehalten werden.

Einhaltung bestimmter Verdienstgrenzen

Der Gesetzgeber hat zum 01.01.2020 die Verdienstgrenzen an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst und entsprechend erhöht:

  • Der durchschnittliche Verdienst pro Arbeitstag liegt seit dem Jahreswechsel 01.01.2020 bei maximal 120 EUR (bisher: 72 EUR).
  • Der durchschnittliche Stundenverdienst liegt seit 01.01.2020 bei maximal 15 EUR (bisher: 12 EUR). 

Beispiel: A arbeitet gelegentlich bei einem Gemüsehändler auf einem Wochenmarkt. Sie erhält seit 01.01.2020 einen Bruttostundenlohn von 10 EUR. Ihre Arbeitszeit beträgt acht Stunden an einem Arbeitstag.

Ergebnis: Der Bruttolohn pro Arbeitstag beträgt 80 EUR (8 Stunden x 10 EUR). Er übersteigt nicht den durchschnittlichen Verdienst pro Arbeitstag von 120 EUR. Der Bruttostundenlohn übersteigt mit 10 EUR nicht den durchschnittlichen Verdienst von 15 EUR. Somit kann der Arbeitgeber den Arbeitslohn mit 25 Prozent des Arbeitslohns pauschal versteuern. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Die pauschale Lohnsteuer zusammen mit dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer überweist der Arbeitgeber an das Finanzamt.

IWW-Institut, Würzburg