Einkommensteuer

Investitionsabzugsbetrag schon bei Gründung einer Freiberufler-GbR?

| Der Investitionsabzugsbetrag (IAB, § 7g EStG) ist bei kleinen Unternehmen ein beliebtes Instrument für die Steuergestaltung. Im Zusammenhang mit dem IAB ergeben sich dem Erlass des BMF (20.3.17, IV C 6 - S 2139-b/07/10002-02) und der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Trotz immer wieder Anwendungsprobleme. Dies zeigt auch eine aktuelle Entscheidung des FG München. |

Dem Fall des FG München (27.6.19, 11 K 3048/18; Rev. BFH VIII R 22/19) war offenbar ein Sachverhalt wie im Beispiel vorangegangen (die FG-Entscheidung selbst ist noch nicht veröffentlicht):

  • Beispiel:
    Die Ärzte A und B gründen eine BAG in der Rechtsform einer GbR, an der sie je zur Hälfte beteiligt sind. A zahlt 300.000 EUR auf das Konto der GbR ein. B bringt seine Einzelpraxis ein (Buchwert 200.000 EUR, stille Reserve und Praxiswert 100.000 EUR). Sie stehen auf dem Standpunkt, die GbR habe mit den 300.000 EUR die Praxis des B zum gemeinen Wert angeschafft.

Dem BFH liegt nun die Frage vor, ob in der Errichtung einer GbR durch Einbringung der Einzelpraxis des einen i. V. mit einer Geldeinlage des anderen Gesellschafters eine Anschaffung des Betriebsvermögens der Einzelpraxis durch die GbR zu sehen ist. Das hätte nämlich zur Folge, dass die GbR für begünstigte Wirtschaftsgüter bereits im Jahr des Abschlusses des Gesellschaftsvertrags IAB bilden dürfte.
Sollte die Bildung von IAB möglich sein, muss der BFH ferner die Frage klären, ob bereits für dieses vor dem Jahr des Inkrafttretens des Vertrags liegende Jahr negative Einkünfte der GbR festzustellen sind.

IWW-Institut, Würzburg