Private Veräußerungsgeschäfte

Verkauf einer Ferienwohnung innerhalb der Zehnjahresfrist des § 23 EStG: Das Inventar ist nicht zu versteuern

| Nach einer Entscheidung des FG Münster (3.8.20, 5 K 2493/18 E) unterliegt nur die Veräußerung einer Ferienwohnung der Besteuerung nach § 23 EStG, nicht jedoch die Veräußerung des Inventars. Denn bei dem veräußerten Inventar handelt es sich um Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die nach § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 2 EStG außen vor bleiben. |

Sachverhalt: Bereits wenige Jahre nach dem Erwerb einer Ferienwohnung verkaufte der Steuerpflichtige die Mietimmobilie inklusive des Inventars mit Gewinn. Weil der Verkauf innerhalb des Zehnjahreszeitraums des § 23 EStG erfolgte, besteuerte das FA den Verkaufsgewinn. Dabei bezog es die Einrichtungsgegenstände ein. Dagegen wehrte sich der Steuerpflichtige – und zwar zu Recht, wie nun das FG Münster entschied.

Entscheidung: Nur die Veräußerung der Ferienwohnung unterliegt der Besteuerung nach § 23 EStG. Bei dem Inventar handelt es sich um Wirtschaftsgüter des täglichen Gebrauchs, deren Veräußerung nach § 23 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 S. 2 EStG nicht steuerbar ist.

Praxistipp: Wird eine möblierte Wohnung innerhalb der Zehnjahresfrist des § 23 EStG veräußert, sollten die Verkaufspreise für die Immobilie und für das Mobiliar im Notarvertrag getrennt ausgewiesen werden. Dabei darf die Aufteilung nicht missbräuchlich erfolgen. Denn bei einem offensichtlich zu hohen Kaufpreisanteil für das Mobiliar könnte das FA eine Gefälligkeitsvereinbarung unterstellen und die Kaufpreise schätzen.

IWW-Institut, Würzburg (14.10.2020)